Spielbericht zum Spiel gegen den Berliner AK

Ein Spiel mit Hindernissen kann man nach der Partie resümieren.

Bereits die Anreise nach Berlin stand unter keinem guten Stern, als die Mannschaft in Halle vom Bus in den ICE wegen der angespannten Verkehrslage auf der A9 umsteigen muss, um pünktlich in Berlin anzukommen. Eine Spielverlegung wäre nicht in Frage gekommen, da die Anlage im Berliner Poststadion über kein Flutlicht verfügt.

RWE-Trainer Thomas Brdaric stellt im Vergleich zum Spiel gegen den Chemnitzer FC mehrfach um. Für Nicolai Lorenzoni übernahm wieder Zingu Glody die Position, für George Kelbel kam Tobias Hasse in die Startelf. Den kurzfristig ausgefallenen Morten Rüdiger ersetzte Darryl Geurts in seinem Pflichtspieldebüt für RWE ebenso wie der neu verpflichtete Pino Tellez den verletzten Marcel Kaffenberger. Daniel Rechberger kam an Stelle von Quentin Fouley in die Mannschaft.

Auch BAK-Trainer Ersan Parlatan stellt seine Mannschaft kräftig um gegenüber den letzten Punktspielen, verändert auf 5 Positionen.

1316 Zuschauer wohnten der Partie bei, darunter die gesamte Nachwuchsabteilung des BAK, weil man das Spiel gleichzeitig als Familientag des BAK gestaltete.

In den ersten 15 Minuten ringen beide Mannschaften um Spielanteile und erste geordnete Angriffe. Hatte Rot-Weiß mit Daniel Rechberger von der rechten Seite (10.Minute /Pascal Kühn hielt) und vor allem Andis Shala mit einem Kopfball knapp über die Latte nach schöner Flanke von der Außenbahn (15.) erste Möglichkeiten, bleibt es beim BAK zunächst bei einem unplatzierten Weitschuß von Tim Oschmann (12.)

Wie aus dem Nichts geht dann der Berliner AK durch dessen Kapitän Tugay Deniz mit 1:0 in Führung (18.). Einen gut gespielten Angriff der Hauptstädter bekam RWE nicht geklärt, Tahsin Cakmak legt aus dem Strafraum zurück vor die Strafraumlinie und Tugay Deniz setzt aus 18 Metern einen technisch sauberen Schuß, der vom noch blocken wollenden Pino Tellez unglücklich abgefälscht wird. Lukas Cichos – schon unterwegs in die andere Ecke – muss machtlos mit ansehen, wie der Ball links von ihm im Tor einschlägt.

Das Tor ist dann ein Knackpunkt im Spielverlauf, weil der BAK anschließend deutlich mehr Spielanteile und Ballbesitz erringt. Zwischendurch gibt es einen guten 20-Meter-Freistoß von Rico Gladrow knapp neben das Berliner Tor.

In der 25.Minute kann der BAK jedoch fast das 2:0 erzielen, als nach ungestörter Flanke von Tahsin Cakmak BAK-Spieler Shawn Kauter unbedrängt wenige Meter vor dem Tor zum Abschluß kommt und knapp daneben setzt.

Nach 38 Minuten macht Lukas Cichos eine Situation gefährlich, als er aus dem Tor eilt bei einer Hereingabe,sich uneinig ist mit Lukas Novy und Shawn Kauter zum Glück für RWE einen unplatzierten Kopfball produziert.

Nach 41 Minuten erobert Rico Gladrow durch eine Unaufmerksamkeit der Berliner den Ball. Er schickt Andis Shala mit einem Pass zentral in die Tiefe. Andis Shala geht allein Richtung Tor, kann sich an der Strafraumkante nicht für einen Abschluß entscheiden und spielt der nacheilenden BAK-Abwehr beim Versuch des Weiterleiten des Balles nach rechts zu einem Mitspieler den Ball in die Füße.

So geht es dann mit verdienten 1:0-Führung des BAKin die Kabine zur Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit verlegt sich der Berliner AK aus einer sicheren und stabilen Abwehr zunehmend auf das Konterspiel im eigenen Stadion. Rot-Weiß ist immer wieder um Offensivspiel bemüht, will den Ausgleich erzielen. Ballverluste im Vorwärtsgang, ungenaue Zuspiele und Flanken unterbrechen allerdings häufig diese Bemühungen. Der BAK-Abwehr gelingt es stets zu klären oder RWE schließt Situationen nicht konsequent genug ab – so wie bei den überhasteten und unplatzierten Schüssen von Darryl Geurts (51.) und Tobias Hasse (62.). Die Berliner dagegen ziehen immer wieder bei Ballgewinn sofort mit wenigen Ballkontakten, gekonntem Flachpaßspiel durch die leeren Räume und hohem Tempo kreuzgefährliche Konter auf. So muss Pino Tellez bei einem dieser Konter mit hohem Einsatz und einer gewagten und erfolgreichen Grätsche im Strafraum ein mögliches 0:2 verhindern (73.)

Eine weitere ähnliche Kontersituation der Berliner kann Lukas Novy nur durch ein taktisches Foul verhindern , verbunden mit einer gelben Karte für ihn. Auch Pierre Becken sieht nach Foulspiel bei solch einem Konter der Berliner seine bereits dritte gelbe Karte.

RWE-Trainer Thomas Brdaric setzt dann mit den Einwechslungen von George Kelbel für Tobias Hasse sowie Velimir Jovanovic für Darryl Geurts auf noch mehr Offensive.

Besonders Pierre Becken, Lukas Novy sowie Pino Tellez kurbeln von hinten heraus immer wieder das Spiel an. Mit einem feinen Spielzug auf der linken Seite – ausgehend von Pino Tellez über George Kelbel zu Rico Gladrow in den freien Raum der linken Seite – gelingt es Rico Gladrow, in den Strafraum zu kommen und wird dort gefoult. Den nun fälligen Strafstoß für RWE will Andis Shala ausführen. Den durchaus platzierten Schuß von Andis Shala kann BAK-Torwart Pascal Kühn jedoch aus der Ecke holen und abwehren. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich für RWE bis dahin ist damit vergeben.

Unbeeindruckt spielt Rot-Weiß weiter, schraubt das Eckenverhältnis auf 10:4.

In der 84.Minutelandet nach einer Flanke von RWE der abgewehrte Ball fast an der Strafraumkante bei Glody Zingu, der sofort abschließt und in das Tor trifft. Der Ausgleichstreffer wird von Schiedsrichter Felix Burghardt jedoch nicht gegeben – er will ein Offensivfoul eines RWE-Spielers gesehen haben.

Im Gegenzug wird Rot-Weiß vom langen Abschlag durch BAK-Torwart Pascal Kühn überrascht und Abu Bakarr Kargbo netzt zum vermeintlichen 2:0 ein – auch dieses Tor gibt Schiedsrichter Felix Burghardt wegen Abseits des BAK-Spielers nicht.

Am Ende nutzen die ganzen Bemühungen von Rot-Weiß nichts, erfolglos ist man über fast 75 Minuten dem Rückstand hinterher gelaufen. Mit Abpfiff von Schiedsrichter Felix Burghardt steht die erste Auswärtsniederlage für RWE fest. Rot-Weiß kann im zweiten Spiel in Folge auch kein Tor erzielen.

Unbeeindruckt davon verabschieden die etwa 300 RWE – Fans trotz der stressigen Anreise die Mannschaft nach dem Spiel mit Aufmunterungen in die Kabine.

Rot-Weiß Erfurt hat nun Zeit bis Samstag, sich auf das Spiel gegen den FSV Budissa Bautzen um 14:30 Uhr im heimischen Steigerwaldstadion vorzubereiten.

Vorher steigt um 11:00 Uhr das Spiel der ersten Hauptrunde um den DFB-Pokal der A-Junioren zwischen der U19 von RWE und des FC Schalke 04 auf dem Sportplatz Grubenstrasse in Erfurt.

Der Verein würde sich freuen, wenn beide wichtigen Spiele des Vereines von den Fans zahlreich besucht werden und beide RWE – Teams wieder die volle Unterstützung der Fans bekommen.

R.R.

27.08.2018 \ Profis