Die knapp 600 mitgereisten RWE-Fans sahen ein turbulentes Spiel, indem die Rot-Weißen zweimal einen Rückstand aufholten und am Ende trotzdem mit leeren Händen nach Hause fahren mussten.

„Wir müssen jetzt Ruhe bewahren, das Ganze sacken lassen, die Fehler analysieren. Wir müssen daran arbeiten, effektiver zu spielen, um die Chancen, die sich bieten, endlich konsequent zu nutzen. Ich werde die Jungs jetzt wieder aufrichten, denn ich weiß, es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich Erfolge einstellen.“

Cheftrainer Thomas Brdaric zeigte sich nach der ernüchternden 5:3-Niederlage in Cottbus optimistisch. Denn wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Marc Brasnic in Minute 55 den Ball zum 4:3 in die gegnerischen Maschen gesetzt. So aber verhinderte der Pfosten die erste Erfurter Führung. Im Nachgang agierten die Gastgeber einfach effizienter und sicherten sich so den Dreier.

Nicht wirklich erklären konnte sich Erfurts Coach die neuerliche Nervosität im ersten Drittel von Hälfte eins. Cottbus nutzte das prompt und sorgte bereits nach vier Minuten für die erste Schrecksekunde. Meyer, der mutterseelenalleine auf Höhe des linken Pfostens stand, knallte das Leder ans Aluminium. Besser machte es wenig später Felix Brügmann. Nach einem Lupfer an die Strafraumgrenze zeigte er sich nervenstark und ließ Lukas Cichos aus Nahdistanz keine Chance.

Von den Rot-Weißen kam bis dahin wenig Zählbares. Lediglich Selim Aydemirs Versuch aus gut 30 Metern sorgte für Raunen im Rund. Erfurts Offensivkraft sah den zu weit vor dem Kasten stehenden Moser, setzte den Ball aber links vorbei. Erneut zeigten die Gastgeber, wie ein Angriff erfolgreich zu Ende gespielt wird. Keeper Moser brachte nach einer Gästeecke einen langen Ball in die gegnerische Hälfte. Berkan Taz wartete im linken Strafraumeck auf das Anspiel, wurde bedient und schob überlegt an Lukas Cichos vorbei zum 2:0 ein.

Dann endlich ein Lebenszeichen von Rot-Weiß. Selim Aydemir brachte die Kugel mit Gefühl an den Fünfer, wo Velimir Jovanovic hoch stieg und zum Anschluss einnickte. Als Jovanovic keine zwei Minuten später einen Aussetzer von Gehrmann gedankenschnell ausnutzte und von der Strafraumgrenze einnetzte, stand es plötzlich 2:2. In dieser Phase hatten die Gäste mehr vom Spiel und hätten sogar in Führung gehen können. Noch vor dem Wechsel musste Kapitän Pierre Becken mit Problemen in der Wade vom Feld. Für ihn kam Morten Rüdiger in die Partie.

Zu Beginn von Hälfte zwei standen die Keeper beider Teams im Mittelpunkt des Geschehens. Erst rutschte Lukas Cichos eine Flanke durch die Hände, Felix Brügmann bedankte sich mit dem 3:2. Auf der Gegenseite konnte Moser einen Schuss nicht festhalten, der Abpraller rollte Alexander Schmitt vor die Füße, der vom linken Fünfereck unbedrängt zum erneuten Ausgleich einschob.

Nachdem in besagter Minute 55 der Pfosten den Gästen im Weg stand und Selim Aydemirs gefühlvoller Schlenzer nach gut einer Stunde knapp am langen Pfosten vorbei segelte, kam Energie Cottbus wieder besser in die Partie. Den gerade eingewechselten Abdulkadir Beyazit hatten die Rot-Weißen wohl noch nicht auf dem Schirm. Mit zwei sehenswerten Einzelaktionen schraubte Energies Nummer 7 das Ergebnis auf 5:3. Rot-Weiß gab sich auch nach dem neuerlichen Rückstand nicht auf, spielte jedoch die sich bietenden Gelegenheiten nicht konzentriert zu Ende. Mit der Führung im Rücken stand Energie nun wesentlich kompakter und spielte die Schlussviertelstunde recht souverän herunter.

Spielverlauf anzeigen 05.08.2019 \ Profis