Der FC Rot-Weiß Erfurt hat das Thüringenderby am letzten Spieltag der Regionalliga Nordost mit 0:2 beim FC Carl Zeiss Jena verloren.
Vor 13.123 Zuschauern in der ad hoc Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld erwischten die Gastgeber den besseren Start, nutzten ihre Chancen im ersten Durchgang konsequent und brachten den Vorsprung nach der Pause über die Zeit. Für den FCC reichte der Derbysieg dennoch nicht zum großen Ziel: Da der 1. FC Lokomotive Leipzig parallel gegen die U23 des 1. FC Magdeburg mit 5:2 gewann, beendete Jena die Saison trotz Punktgleichheit nur als Vizemeister.
Im Vergleich zur Vorwoche musste Rot-Weiß auf den gelbgesperrten Ben-Luca Moritz verzichten. Dafür rückte Laurenz Dehl in die Außenverteidigung. Zudem kehrten Til Schwarz und Benjika Caciel nach ihren Sperren zurück in den Kader.
Auf dem Rasen entwickelte sich zunächst ein Spiel, in dem die Gastgeber mehr Zugriff hatten und früh Druck aufbauten. Rot-Weiß musste in der Anfangsphase viel gegen den Ball arbeiten. Bereits in der 8. Minute hatte Jena die erste Halbchance, ehe zwei Minuten später der erste Rückschlag folgte: Nach einem Fehlpass eroberte Malik Talabidi den Ball und bediente Timon Burmeister, der auf der linken Seite in den Strafraum eindrang und zur frühen Führung einschob. Nur wenige Minuten später jubelte Jena erneut, der Treffer von Alexander Prokopenko wurde jedoch wegen Abseits nicht anerkannt.
Auch nach dem 0:1 blieb Carl Zeiss zunächst die aktivere Mannschaft. Unsere Mannschaft versuchte, mehr Stabilität in ihr Spiel zu bekommen, fand gegen die kompakt und zielstrebig auftretenden Hausherren aber nur schwer in die entscheidenden Räume. Nach rund einer halben Stunde erhöhte Jena auf 2:0: Burmeister brachte den Ball von außen in den Strafraum, Moritz Fritz behauptete sich trotz Gegenwehr und schob den Ball ein.
Rot-Weiß hatte in dieser Phase Mühe, die Jenaer Angriffe konsequent zu verteidigen. Kurz vor der Pause verhinderte Lorenz Otto mit starken Reaktionen einen höheren Rückstand. Zunächst scheiterte Emeka Oduah an unserem Schlussmann, anschließend parierte Otto auch gegen Kevin Lankford und hielt RWE damit im Spiel.
Offensiv blieben die Rot-Weißen im ersten Durchgang jedoch zu selten zwingend, sodass es mit einem 0:2 aus Erfurter Sicht in die Kabinen ging.
Cheftrainer Fabian Gerber reagierte zur Pause auf die schwache erste Halbzeit und brachte mit Romarjo Hajrulla, Hinata Gonda und David Adesida drei frische Kräfte. Nach dem Seitenwechsel kam Rot-Weiß besser in die Partie. Zwar verwaltete Jena die Führung und lauerte auf Konter, doch Erfurt stabilisierte sich zunehmend, arbeitete sich besser in die Zweikämpfe und schob mutiger nach vorn.
Die beste Erfurter Gelegenheit hatte Laurenz Dehl in der 58. Minute. Nach Vorarbeit des eingewechselten Hinata Gonda kam Dehl zum Abschluss, sein Schuss wurde jedoch geblockt.
Auch in der Folge blieb Rot-Weiß aktiver als im ersten Durchgang, der letzte Pass und die letzte Konsequenz im Abschluss fehlten jedoch, um den Anschlusstreffer zu erzwingen.
Während RWE auf dem Platz mehr investierte, richteten sich die Blicke im Ernst-Abbe-Sportfeld zunehmend nach Leipzig. Dort drehte Lokomotive Leipzig die Partie gegen Magdeburg II und zog im Fernduell um die Meisterschaft davon. Die Aufstiegshoffnungen des FCC schwanden dadurch sichtbar, auch wenn Jena den Derbysieg letztlich über die Zeit brachte.
Für unseren FC RWE blieb es beim 0:2.
Die Mannschaft zeigte nach der Pause eine stabilere Leistung und gab sich nicht auf, konnte die Hypothek aus der ersten Halbzeit aber nicht mehr entscheidend verkleinern. Damit endet die Saison für Rot-Weiß Erfurt mit einer Niederlage im Thüringenderby.
Cheftrainer Fabian Gerber fand nach der Partie deutliche Worte für den Auftritt seiner Mannschaft vor der Pause: „Spätestens mit dem ersten Gegentor war die Mannschaft total verunsichert. Wir hatten keinen Mut, sind nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen. Die erste Halbzeit war schlecht.“ Gleichzeitig sah Gerber nach dem Seitenwechsel eine klare Reaktion: „In der zweiten Halbzeit war die Mannschaft stark verbessert. Da haben wir Schwung reingebracht und wesentlich besser Fußball gespielt.“
Tore: 1:0 Burmeister (10.), 2:0 Fritz (29.)
Zuschauer: 13.123
Wettbewerb: Regionalliga Nordost, 34. Spieltag
Endstand: FC Carl Zeiss Jena – FC Rot-Weiß Erfurt 2:0
FC RWE-Startelf: Otto – Boboy, Schwarz, Awoudja, Dehl – Wolf, Caciel – Assibey-Mensah, Falcao, Fehler – Ugondu
Sejdo Durakov (54) kommt für Til Linus Schwarz (3)
Hinata Gonda (34) kommt für Marco Ferdinand Wolf (10)
Romarjo Hajrulla (9) kommt für Raphael Assibey-Mensah (7)
Ayooluwa David Adesida (38) kommt für Stanislav Fehler (11)


